Mit seiner Arbeit „Überprüfung des Einflusses digitaler Kompetenzen auf die psychische Lehrergesundheit“ gewinnt Jonas Gördes den  Nachwuchsinnovationspreis 2020 des Bundesverbands Betriebliches Gesundheitsmanagement e.V.

Jonas Gördes studierte an der IST-Hochschule für Management in Düsseldorf  Prävention, Sporttherapie und Gesundheitsmanagement im Masterstudiengang und konnte mit seiner Arbeit die Fachjury überzeugen.

Digitalisierung ist elementarer Bestandteil unserer heutigen Arbeitswelt. Es gibt daher im Setting Arbeitswelt auch bereits evidente Zusammenhänge von digitaler Kompetenz und Mitarbeitergesundheit.

Im Setting Schule, wo die Digitalisierung nach und nach ebenfalls Einzug hält, sind Schüler- und Lehrerebene von einander zu unterscheiden. Zum einen muss Digitalisierung auf der Schülerebene in die Lehrpläne integriert werden; zum anderen müssen Lehrer selbst digitale Kompetenzen haben bzw. erwerben, um diese anschließend vermitteln zu können.

Die Arbeit von Jonas Gördes beschäftigt sich mit der Frage, wie die digitale Kompetenz der Lehrkräfte aussieht und wie sich diese auf die Gesundheit der Lehrkräfte auswirkt. Dabei ging Jonas Gördes konkret der Frage nach, ob Lehrkräfte mit einer geringeren digitalen Kompetenz in ihrer psychischen Gesundheit höher belastet sind als Lehrkräfte, die bereits über eine höhere digitale Kompetenz verfügen?

Die Studie wurde als Querschnittsstudie mit einmaliger online-basierter Befragung von Lehrkräften verschiedener Schulformen durchgeführt.

Es zeigt sich, dass

  • digitale Kompetenz einen signifikanten positiven Effekt auf die psychische Gesundheit hat
  • es einen negativen Effekt des Alters auf die digitale Kompetenz gibt, d.h je jünger jemand ist, desto höher ist seine digitale Kompetenz im Schnitt
  • digitale Kompetenz einen signifikanten negativen Effekt auf das wahrgenommene Stresserleben hat (mit steigender digitaler Kompetenz, sinkt das wahrgenommene Stresserleben).

Es folgt daraus, dass eine notwendige digitale Kompetenz der Lehrer von hoher Bedeutung ist. Ein Fehlen dieser Kompetenz kann zu starker Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit und damit zu Fehlzeiten der Lehrkräfte führen. Insbesondere im Rahmen des BGM gilt es daher, durch gezielte Schulungen, eine geänderte digitale Kultur an den Schulen sowie eine verbesserte digitale Infrastruktur an den Schulen die psychische Beeinträchtigung von Lehrkräften zu vermindern bzw. zu beseitigen.

Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des NIP 2020! 

 

Von den zahlreichen eingereichten Arbeiten belegten je zwei Arbeiten punktgleich den zweiten und dritten Platz:

Zweiter Platz:

  • Thomas Lennefer „Activity Tracker @ Work – die digitale Gesundheitsförderung am Handgelenk“
  • Eva Ackermann „Inhaltsanalyse von Mitarbeiterbefragungen mit dem Schwerpunkt Mitarbeiterzufriedenheit“

Dritter Platz:

  • Selina Guter „Betriebliches Gesundheitsmanagement in der Gesundheits- und Pflegebranche: eine Bedarfsanalyse zur Bildung eines Netzwerks
  • Laura Neudecker „Schlüsselfunktion Führungsverhalten – Achtsam führen mit emotionaler Intelligenz“

Herzlichen Glückwunsch auch den Zweit- und Drittplatzierten, die sich mit ihren Arbeiten gegen eine starke Konkurrenz durchsetzen konnten.