Der BBGM e.V. empfiehlt immer mal wieder interessante Leselektüre aus der Welt der Wissenschaft im Betrieblichen Gesundheitsmanagement.
Im Februar 2024:

  • Die Auswirkungen von dunkler Schokolade auf die kognitive Leistung während kognitiv anspruchsvoller Aufgaben: Eine randomisierte, einfachblind, Crossover-Dosisvergleichsstudie. 

    Zusammenfassung:
    Dunkle Schokolade, reich an Polyphenolen, steigert den zerebralen Blutfluss und verbessert die kognitive Funktion. Diese Studie zielte darauf ab, zu bestimmen, ob der Konsum von Schokolade mit einer hohen Konzentration an Polyphenolen dazu beiträgt, die kognitive Leistung während kognitiv anspruchsvoller Aufgaben aufrechtzuerhalten. In dieser randomisierten, einfach verblindeten, Crossover-Dosisvergleichsstudie konsumierten 18 Personen mittleren Alters zwei Arten von Schokolade (jeweils 25 g), eine mit einer hohen Konzentration (635,0 mg) und die andere mit einer niedrigen Konzentration (211,7 mg) an Kakao-Polyphenolen, und führten eine kognitive Aufgabe durch, die Reaktionshemmung und selektive Aufmerksamkeit erforderte, über zwei Zeitperioden (15–30 Minuten und 40–55 Minuten nach dem Konsum, jeweils). Autonome Nervenfunktion und subjektive Gefühle wie Müdigkeit und Konzentration wurden vor der Nahrungsaufnahme und nach der zweiten Aufgabe gemessen, um den Zustand der Teilnehmenden zu bewerten. Die Ergebnisse zeigten, dass die durchschnittliche Reaktionszeit zwischen der ersten und zweiten Sitzung bei Konsum von Schokolade mit hoher oder niedriger Konzentration nicht signifikant unterschiedlich war. Jedoch war der Prozentsatz der richtigen Antworten in der ersten (96,7 %) und zweiten (96,8 %) Sitzung bei Konsum von Schokolade mit hoher Konzentration ähnlich und signifikant niedriger bei Konsum von Schokolade mit niedriger Konzentration in der zweiten (96,4 %) Sitzung im Vergleich zur ersten Sitzung (97,3 %). Die autonome Nervenfunktion zeigte einen signifikanten Anstieg der sympathischen Nervenaktivität nach der zweiten Aufgabe bei Konsum von Schokolade mit hoher Konzentration, während subjektive Gefühle eine Zunahme der mentalen Ermüdung für beide Schokoladentypen, aber einen signifikanten Abfall der Konzentration nur nach der zweiten Aufgabe bei Konsum von Schokolade mit niedriger Konzentration zeigten. Diese Befunde deuten darauf hin, dass der Konsum von dunkler Schokolade zur Aufrechterhaltung der Leistung und Konzentration bei kontinuierlichen und anspruchsvollen kognitiven Aufgaben beiträgt.

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  • Organisatorische Förderfaktoren und Barrieren für die Teilnahme an betrieblicher Gesundheitsförderung im Gesundheitswesen: Eine qualitative Interviewstudie unter Pflegekräften.

    Zusammenfassung:

    Hintergrund: Trotz der nachweislich positiven Effekte von betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) für Pflegekräfte und deren hohem Interesse daran, bleibt die Teilnahmequote gering. Diese Studie untersucht organisatorische Faktoren, die die Teilnahme an BGF-Aktivitäten aus der Perspektive von Pflegekräften in verschiedenen Pflegeeinrichtungen fördern oder behindern.

    Methode: In der qualitativen Interviewstudie wurden zwischen Mai und September 2021 sechzehn halbstrukturierte Interviews in verschiedenen Pflegekontexten geführt, um Einblicke in den Arbeitsalltag, BGF-Aktivitäten und organisatorische Rahmenbedingungen zu erhalten.

    Ergebnisse: Die Studie identifizierte eine Vielzahl von organisatorischen Einflussfaktoren auf die Teilnahme an BGF-Aktivitäten, darunter arbeitsbelastungsbezogene und schichtzeitenbezogene Faktoren als übergreifende Hemmnisse. Eine negative Assoziation mit dem Arbeitgeber wirkte sich in stationären Pflegeeinrichtungen und Akutkrankenhäusern als Barriere aus.

    Schlussfolgerung: Bei der Implementierung von BGF-Aktivitäten sollten organisatorische Förderfaktoren und Barrieren berücksichtigt werden, um nachhaltige und attraktive BGF-Angebote zu gestalten und die Teilnahmequoten in den verschiedenen Pflegesettings zu erhöhen. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung der Anpassung von BGF-Aktivitäten an die Arbeitszeiten und die Reduzierung von Arbeitsbelastungen als Schlüsselfaktoren zur Förderung der Teilnahme.

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